Deiner Intuition vertrauen

Wie du aufhörst, an dir zu zweifeln, und deiner inneren Weisheit folgst

Wie sehr vertraust du eigentlich deiner Intuition? Diesem Gefühl, was ab und zu einfach auftaucht und dir einen Hinweis über das gibt, was du vielleicht tun sollst, ob du ja oder nein zu etwas sagen sollst. 

In den letzten Monaten konnte ich an mir selber beobachten, dass, jedes Mal, wenn ich meiner Intuition nicht vertraut habe, ich danach entweder ordentlich wütend war, Angst hatte oder ich mich die darauffolgende Situation komplett überfordert hatte. 

 

Du kennst das bestimmt: 

Du hast ein Gefühl, wenn auch nur ein ganz kleines. Eine leise Stimme in dir, die dir zuflüstert: “Ich fühle das nicht”, “ich brauche grade eher etwas anderes”, oder “ich will das nicht.”

 

Damit meine ich nicht den Verstand, der einfach nur zweifelt oder Angst hat. 

 

Und weil das Gefühl vielleicht so klein und leise ist, übergehst du es. Du nimmst dir nicht die Zeit, mit ihm in Kontakt zu gehen und ihm wirklich zuzuhören. 

 

Dass heißt, du vertraust diesem Gefühl nicht, du nimmst es nicht ernst. Du folgst der Stimme nicht. Du gehst nicht die nötigen Schritte oder setzt die nötige Grenze. Du setzt dich nicht dafür ein.

 

Und dann passiert was Doofes. Etwas, wobei du im nachhinein denkst: “Hätte ich doch nur meiner Intuition vertraut!” 

 

Ja, wenn du auf diese innere Weisheit gehört hättest, wenn du den Mut gehabt hättest, dich mitzuteilen – dann: 

  • hättest du vielleicht besser für dich sorgen können,
  • wärst du nicht so wütend geworden,
  • hättest du nicht die ganze Nacht aus Sorge wach gelegen oder
  • würdest dich mit den Konsequenzen nicht so überfordert fühlen.  

Keine Sorge: Intuition kannst du lernen. Wie das geht, liest du weiter unten.

Warum vertraust du deiner Intuition nicht?

Dafür gibt es viele Gründe. Oft hat das mit Konditionierungen, Ängsten und gesellschaftlichen Prägungen zu tun. Hier sind einige der häufigsten Gründe:

1. Erziehung & gesellschaftliche Konditionierung

Von klein auf hast du erfahren, dass deine Gefühle, Empfindungen und deine Wahrnehmung oft nicht ernst genommen und deine innere Wahrheit infrage gestellt wurden. 

 

Durch Aussagen wie: “Das ist doch gar nicht so schlimm”, “Es gibt keinen Grund, traurig zu sein”, „Das bildest du dir nur ein“ oder „Sei nicht so sensibel“ hast du gelernt, dir selbst und deinem Gefühl zu misstrauen. 

 

So lerntest du, dass die Meinung anderer (insbesondere Erwachsener) wichtiger ist, als dein inneres Gefühl. 

 

Im Alltag wird oft belohnt, wer logische Entscheidungen trifft und rational argumentiert – während intuitive Impulse meist als irrational oder unzuverlässig gelten. 

2. Glaubenssätze & alte Muster

Unbewusste Glaubenssätze wie zum Beispiel: „Ich bin nicht wichtig“ oder „Ich darf keinen Fehler machen“ oder „Meine Gefühle sind falsch/unwichtig“ können dazu führen, dass du deine Intuition nicht ernst nimmst – besonders, wenn diese zu Entscheidungen führen könnte, die für andere unverständlich sind oder eine Sache nur „verkomplizieren“.

 

Indem du diese Glaubenssätze und dazugehörigen Muster erkennst und veränderst, gibst du deinem inneren System das Zeichen, deiner Intuition mehr vertrauen zu dürfen.

3. Angst vor falschen Entscheidungen

Ein weiterer Grund, deine innere Weisheit zu ignorieren, kann auf eine Angst hinweisen, falsche Entscheidungen zu treffen. Unser Verstand will Sicherheit und Kontrolle, während unsere Intuition oft unlogisch oder unsicher erscheint. So kommt es, dass du deine intuitive Wahrnehmung hinterfragst oder sie zugunsten vermeintlich „sicherer“ Optionen ignorierst.

 

Vor allem wenn du dich unter Druck setzt (oder dich unter Druck setzen lässt), schnell handeln zu müssen, nimmst du dir nicht die Zeit, deine innere Stimme wahrzunehmen und genauer hinzuhören. 

4. Mangelndes Vertrauen in dich selbst

Ein mangelndes Vertrauen in dich selbst kann dazu führen, dass du eher deinem Verstand folgst als deinem Gefühl. 

  • Denn wenn du deiner inneren Weisheit folgen würdest, müsstest du vielleicht “nein” zu jemandem sagen, was zu Enttäuschungen oder unangenehmen Konsequenzen bei deinem Gegenüber führen kann. Insbesondere, wenn jemand deine Hilfe braucht oder sich auf dich verlassen hat. Das mag Unsicherheit oder Schuldgefühle in dir auslösen.
  • Deiner Intuition zu vertrauen und danach zu handeln kann bedeuten, dass du deine Entscheidung gegenüber anderen vertreten musst – zum Beispiel, wenn du den Treffpunkt ändern willst, der weiter weg liegt, aber als einziges Argument deine Intuition hast.

5. Innere Weisheit oder Angst: wo liegt eigentlich der Unterschied?

Vielleicht fällt es dir noch schwer, deine innere Weisheit von negativen Gedanken oder Angst zu unterscheiden. 

 

Wahre Intuition ist klar und ruhig, dennoch  wird sie oft mit Ängsten oder emotionalen Reaktionen verwechselt. Wenn Sorgen und Unsicherheiten überwiegen, kann es schwer sein, zu erkennen, ob die innere Stimme aus der Intuition oder aus Angst spricht.

 

Die innere Weisheit spricht oft durch deinen Körper – als Bauchgefühl, Gänsehaut oder ein tiefes inneres Wissen. Doch in unserer kopflastigen Welt sind viele Menschen von ihrem Körper und seinen Signalen abgekoppelt, sodass sie ihre innere Stimme kaum noch wahrnehmen.

 

Ein wichtiger Hinweis: Wenn du dich selbst überreden musst oder nach Argumenten suchst, warum eine Entscheidung richtig ist, spricht meist nicht deine Intuition, sondern dein Verstand.

  • Das Ego sucht Sicherheit und Anerkennung. Diese Stimme ist rational und meldet sich besonders dann, wenn du gestresst oder irritiert bist, oder dich einsam fühlst – oft begleitet von Zweifeln an der „richtigen“ Entscheidung.
  • Die Stimme der Seele weiß, dass du sicher und geliebt bist. Sie entsteht in Momenten der Ruhe, wenn du geerdet bist – oft begleitet von der Klarheit, dass eine bestimmte Entscheidung falsch wäre. 

Deine Intuition zu trainieren hilft dir, deine innere Weisheit von der Angst unterscheiden zu lernen. 

Warum du deiner Intuition vertrauen solltest!

Ich missachtete meine Intuition am ehesten, wenn ich Zeitdruck verspürte.

Zeitdruck gepaart mit dem Risiko, jemanden zu enttäuschen, war bei mir nie eine gute Mischung. 

 

Das führte dann manchmal dazu, dass ich mein Bauchgefühl nicht ernst nahm, und es IMMER danach bereute!

 

Mittlerweile weiß ich, dass ich genau in diesen Situationen achtsam sein muss.

Dass ich meine Intuition, die auch ein wichtiges Bedürfnis ausdrückt, ernst nehmen muss. 

 

Weil ich den emotionalen Preis einfach nicht mehr breit bin zu zahlen. 

Wie kannst du nun deine Intuition trainieren?

Your urgency is not my emergency!

Deine Dringlichkeit ist nicht mein Notfall! Lasse dich von der Außenwelt nicht unter Druck setzen. Schlafe eine Nacht drüber. Viele Menschen brauchen Zeit, um ihre innere Stimme wahrzunehmen. 

Achtsamkeit & innere Stille

Meditation oder einfach bewusste Momente der Ruhe helfen, deine eigene innere Stimme wieder wahrzunehmen und sie mit der Zeit von der Angst unterscheiden zu lernen. 

Vergiss nicht:  Intuition ist ruhig, Angst ist laut. Intuition lernen heißt vor allem, dem leisen Flüstern zuzuhören.

Körperbewusstsein stärken

Bewegung, Atmung und bewusste Körperarbeit helfen, intuitive Impulse zu spüren. Bei einem einfachen Spaziergang in der Natur, alleine und ohne Handy, kannst du deine Intuition trainieren.

Kleine Schritte

Es müssen nicht immer große Entscheidungen sein. Deine Intuition zeigt sich auch in kleinen Dingen, wie bei Entscheidungen darüber, was du Essen oder trinken willst. Ob du lieber einen Film schauen oder ein Buch lesen willst. Ob du im Sommer lieber an den Strand oder in die berge fahren willst. Übe im Alltag, deine innere Stimme wahrzunehmen. Ihr regelmäßig zu folgen, trainiert deine Intuition. 

Vergangene Erfahrungen reflektieren

Wann hast du deiner Intuition vertraut – und was ist passiert? Oft bestätigt sich im Rückblick, dass sie richtig lag. Du kannst deine Intuition abends im Bett trainieren, indem du dir einen Moment Zeit nimmst und überlegst, in welchen Momenten du deiner Intuition vertraut hast. 

Intuition schreibend trainieren

Freies Schreiben ist eine super Methode, deine Intuition zu trainieren, indem du dich deiner inneren Weisheit zuwendest und ihr Raum gibst, sich auszudrücken. Mit einem Intuitions-Tagebuch kannst du deine Erfahrungen schriftlich festhalten und deine Fortschritte leichter erkennen. Einfach einen Timer auf 10 Minuten stellen und dich deiner inneren Wahrheit schreibend nähern. 

Mut, dich durchzusetzen

Habe den Mut, deiner Intuition zu vertrauen und auch mal unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Habe den Mut, spontan deine Meinung zu ändern. Traue dich, dein inneres Gespür mitzuteilen und gegebenenfalls Planänderungen durchzusetzen. Desto mehr Raum du deiner Intuition gibst, desto mehr du sie ernst nimmst und nach ihr handelst, desto lauter wird sie werden. 

Hole dir Unterstützung wenn nötig

Wenn du immer wieder die Erfahrung machst, deine Intuition zwar wahrzunehmen, aber sie aus oben genannten Gründen nicht ernst nimmst und ihr nicht folgst, kann es hilfreich sein, dir das dahinterliegende Thema genauer anzuschauen. 

 

Emotions- und Bewusstseins-Coaching kann dir dabei helfen, Unsicherheiten oder Ängste zu erkennen und aus dem Weg zu räumen. Innere-Kind-Arbeit kann dir helfen, dich von Selbstzweifeln zu befreien und deiner Intuition Schritt für Schritt vertrauen zu lernen.

 

Deine Intuition zu trainieren braucht Zeit und Raum. Doch je mehr du deine Intuition trainierst, desto deutlicher wird sie, und desto leichter wird es dir fallen, ihr in wichtigen Momenten zu folgen!

 

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